Fluss, Strasse und Bahn:
Drei Grossprojekte rund um La Punt
Rund um La Punt Chamues-ch, Bever und Madulain sollen zwischen 2025 und 2033 drei grosse Bauvorhaben die Flusslandschaft und die Verkehrswege verändern. Die drei Gemeinden, die Rhätische Bahn und das Tiefbauamt Graubünden haben ihre Projekte der Bevölkerung vorgestellt.
Mit der Revitalisierung von Inn und Chamuerabach, der Umfahrungsstrasse mit Tunnel und der Streckenbegradigung der RhB stehen rund um La Punt Chamues-ch in den kommenden Jahren gleich drei grosse Bauvorhaben an. Die Projekte sollen so koordiniert werden, dass die Auswirkungen der Arbeiten auf die Bevölkerung und die Landschaft so klein wie möglich gehalten werden können. Mehr als 200 Personen kamen Ende November 2024 an einen Informationsanlass für die Bevölkerung. Regierungsrätin Carmelia Maissen betonte, die parallele Realisierung der drei Projekte sei eine einmalige Chance. Infrastrukturvorhaben und die Aufwertung der Natur könnten dabei parallel verfolgt werden.
Die Engadinstrasse H27 wird La Punt künftig in einem knapp 600 Meter langen Tunnel unterqueren. Von Bever her wird sie dazu Richtung Hang verschoben. Vor den Toren von Madulain entstehen ein neuer Kreisel und eine neue Brücke über den Inn. Die Bauarbeiten für die neue Ortsumfahrung La Punt beginnen im kommenden Frühjahr und sollen bis 2033 abgeschlossen sein. Die Projektkosten sind mit 83,5 Millionen Franken veranschlagt.
Parallel zur neuen Strasse wird auch die Linie der Rhätischen Bahn weiter an den Hang verlegt. Neu wird die Strecke zwischen Bever und La Punt statt vier nur noch zwei langgezogene Kurven aufweisen. Dadurch können die Züge markant schneller fahren. Mit den Beschleunigungsmassnahmen werden künftig 40 Sekunden Fahrzeit eingespart. Die Rhätische Bahn benötigt sie, um mehr Fahrplanstabilität und zusätzliche Zugsverbindungen im Tal zu schaffen. So soll ein neuer Pendelzug die Orte zwischen Zuoz und St. Moritz im Halbstundentakt verbinden. Die Projektkosten belaufen sich auf rund 23 Millionen Franken.
Revitalisierung schafft Platz für naturnahe Landschaft
Die Verlegung von Strasse und Bahn schafft den nötigen Platz für die letzte Etappe der Revitalisierung des Inns im Oberengadin. Der Inn wird sich künftig in Flussrichtung nach links ausdehnen können. Bei Chamues-ch wird gleichzeitig der Chamuerabach renaturiert. Nach den Bauarbeiten kann in der Talsohle eine einmalige Landschaft naturnaher Prägung entstehen, die schweizweite Ausstrahlung haben wird. Die für die Revitalisierung benötigten Flächen können den betroffenen Landwirtschaftsbetrieben vollständig kompensiert werden. Die geschätzten Kosten für die Revitalisierung betragen rund 52 Millionen Franken, sie werden zu 80 Prozenten vom Bund übernommen.
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